Nun wurde ich schon mehrfach auf den Fortgang dieser Webseite angesprochen. Offen gestanden, ich weiß es nicht. Viele Ideen kreisen in meinen Kopf. Doch eine Idee allein bleibt wertlos, wenn man ihr nicht durch Herzblut und Engagement erst das nötige Leben einhaucht. Deshalb möchte ich im Vorfeld nur eines: Mal kurz meine unbedeutende Wahlempfehlung zur Bundestagswahl aussprechen.
Wie es sich für meine, die "jilted" Generation gehört, kann ich eigentlich nicht empfehlen, wem man das Kreuz geben soll. Diese Demokratie bleibt ein Witz, eine Freiheit, die schon im Ritus erstickt wurde, kurz nachdem sich die Tore von Auschwitz geschlossen haben. Egal wen man wählt, am Ende entscheidet kein Ergebnis über die Politik. Vermeintliche Sachzwänge tun dies - und die dahinter stehenden Lobbygruppen.
Dennoch ist mir das Maß der Anbiederung, mit dem die SPD seit Monaten versucht, den offenkundlichen Bruch mit ihrer Stammwählerschaft zu überspielen, mehr als zuwider. Ich finde es ekelhaft. Man mag von der Schröder-Ära nun halten was man will, sie zum großen Wurf der Sozialpolitik verklären oder sie Punkt für Punkt in ihren Widersprüchen entlarven - dies alles hat nichts mit dem so genannten "Deutschlandplan" von Puppenkasperl Steinmeier zu tun, jener Farce, die der Tragödie Schröder gefolgt ist.
Statt mutig die Chance in der Krise zu suchen, einen "New Green Deal" oder etwas nur annäherndes in der Art zu proklamieren, biedert sich dieser Fettsack mit einer Spießigkeit an die weichgekochten Konsumenten der Mediengesellschaft an, dass man kotzen möchte. Daher hier ganz deutlich: Gebt der Merkel Eure Stimme. Sie würde zwar, wenn sie könnte, eine noch viel ekeligere Politik verwirklichen, aber das politische System ist derart in Agonie erstarrt, dass es jenseits der unwählbaren Hinterzimmer nur durch Symbolik lebt: Einen Suppenkasperl.
Frau Dr. Merkel erfüllt diesen Job so gut, wie zuvor nur Willy Brandt. Sie ist die Essenz eines Zeitgeistes. Und im Gegensatz zu den pseudorebellischen 60ern heißt es heute eben, einfach mal die Schnauze halten, sich in Bescheidenheit üben, lieber ohne Schröder'scher Profilneurose den Dreck machen, der eben gemacht werden muss. Trümmerfrauenzimmer der Wirtschaftskrise. Immerhin kann man die Kröten schlucken, ohne im Nachhinein noch gefragt zu werden, wie sie einem schmecken.
Und nun die Link-Partnerschaften, die ich hier erstmal parke und die dann auf die neue Seite umziehen.